Warum Weihnachten für viele Menschen die schwerste Zeit des Jahres ist

Expertinnen-Interview mit Psychotherapeutin Helga Odendahl

Die Weihnachtszeit gilt als Fest der Liebe, der Familie und der Harmonie. Doch aus therapeutischer Sicht erleben viele Menschen diese Zeit ganz anders: als emotional belastend, konfliktreich und erschöpfend. Hohe Erwartungen, ungelöste familiäre Konflikte und alte Rollenbilder treten rund um die Feiertage besonders deutlich zutage. Der gesellschaftliche Druck, ein „schönes Weihnachtsfest“ erleben zu müssen, verstärkt diese Belastung zusätzlich.

Warum Weihnachten für viele Menschen psychisch so belastend sein kann, hat Psychotherapeutin und Familientherapeutin Helga Odendahl aus Köln in einem Interview mit t-online Köln erklärt. Auf Grundlage ihrer langjährigen therapeutischen Arbeit beschreibt sie, warum Weihnachten für viele Menschen eine psychische Herausforderung darstellt und welche Formen von Selbstfürsorge helfen können, diese Zeit besser zu bewältigen.

Warum Weihnachten für viele Menschen psychisch belastend ist

In der therapeutischen Praxis zeigt sich immer wieder, dass Weihnachten emotional stark aufgeladen ist. Viele Menschen erleben in dieser Zeit eine innere Zerrissenheit: Einerseits besteht der Wunsch nach Nähe, Zugehörigkeit und familiärer Verbundenheit, andererseits die Sorge vor Streit, alten Konflikten oder dem Rückfall in belastende familiäre Muster.

Laut Helga Odendahl spielen dabei insbesondere idealisierte Vorstellungen von Weihnachten eine zentrale Rolle.

Selbstfürsorge an Weihnachten: Grenzen setzen ist kein Egoismus

Ein zentrales Anliegen der Therapeutin ist es, Menschen zu ermutigen, ihre eigenen Grenzen ernst zu nehmen. Selbstfürsorge kann an Weihnachten viele Formen annehmen: weniger Verantwortung zu übernehmen, Besuche zeitlich zu begrenzen oder sich bewusst gegen gemeinsames Feiern zu entscheiden.

Auf der Suche nach einem

Therapieplatz?

Sie möchten lernen, gesunde Grenzen zu setzen und alte Muster zu durchbrechen? Unsere Therapeut:innen unterstützen Sie dabei.

Patchwork-Familien und Loyalitätskonflikte

Besonders herausfordernd gestaltet sich die Weihnachtszeit für Menschen aus Trennungs- und Patchwork-Familien…

PAARTHERAPIE & FAMILIENTHERAPIE IN KÖLN

Sie möchten Beziehungskonflikte lösen?

Sie möchten familiäre Muster verstehen?

  • Kurze Wartezeiten
  • Kassenleistung
  • Zwei Standorte in Köln

Häufige Fragen zu Weihnachten und psychischer Belastung

Weihnachten aktiviert häufig alte familiäre Muster und Rollen. Der Druck, harmonisch feiern zu müssen, kombiniert mit idealisierten Vorstellungen von Weihnachten, kann zu erheblicher psychischer Belastung führen.

Nein. Selbstfürsorge ist keine Selbstsucht, sondern eine Voraussetzung für langfristig tragfähige Beziehungen. Wer dauerhaft über seine Grenzen geht, riskiert psychische Erschöpfung.

Ja, absolut. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen unfreiwilliger Einsamkeit und einer bewussten Entscheidung für Rückzug. Wer sich bewusst dafür entscheidet, kann diese Zeit aktiv und selbstbestimmt gestalten.

Wenn familiäre Belastungen Sie dauerhaft beeinträchtigen, alte Muster immer wieder auftreten oder Sie sich nach den Feiertagen erschöpft fühlen, kann Familientherapie helfen.

Fazit:

Weihnachten darf individuell gestaltet werden

Weihnachten muss nicht perfekt sein und sollte nicht auf Kosten der psychischen Gesundheit stattfinden. Helga Odendahl macht deutlich, dass es hilfreich sein kann, alte Muster zu hinterfragen, Erwartungen zu relativieren und neue Wege zuzulassen.

Echte Verbundenheit entsteht dort, wo Menschen sich nicht dauerhaft verstellen müssen, sondern sich mit ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlen.

Sie erkennen sich in den beschriebenen Dynamiken wieder? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf. In einem kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, wie wir Sie unterstützen können.

Telefon: +49 221 93297590
E-Mail: info@mvz-odendahl-brinkmann.de

Wir sind für Sie da – auch zwischen den Feiertagen.

Teilen Sie diesen Artikel!